Was soll das mit der Social Media-Prahlerei?! Butter bei die Fische!

Als Fachfrau in Sachen Kommunikation ist es selbstverständlich, sich aufrecht und elegant auf dem Parkett der Social Media-Plattformen zu bewegen. Kein Mensch glaubt mir sonst, wenn ich in Beratungsgesprächen und Strategiepapieren sinnvolle und zielführende Wege der Onlinekommunikation skizziere oder detailliert zuweise. Aber was soll das immer mit der Prahlerei?! Irgendwann machte jeder einmal seinen ersten Schritt, vor allem und besonders in Sachen Social Media. Ich bin ein Freund der Transparenz. Und ich brauche mir und den zukünftigen Lesern des Blogs nichts vormachen, daher also Butter bei die Fische:

Bei mir begann mein Onlineleben zum Ende der Oberstufe ganz klassisch mit StudiVZ, natürlich nicht über Smartphone, sondern über einen Desktoprechner daheim. Das war irgendwie seltsam, denn wir sahen uns ja ständig in der Schule oder privat oder telefonierten miteinander.

Die erste eigene Website

Nach dem Abitur habe ich ein Projektjahr absolviert – einen Freiwilligendienst gefördert von der Robert Bosch Stiftung. In diesen 12 Monaten waren wir zu zweit für den Aufbau und die Durchführung des Jugendprojektes „soziales lernen“ zuständig (ein tolles Projekt!). Neben Flyern und Plakaten galt es eine Website aufzusetzen, nicht um primär die Schüler und Lehrer zu erreichen, sondern um Geldgebern und Förderern zu zeigen, was wir erreicht haben. Statt 1.000 € für ein CMS auszugeben, entschieden wir uns für einen ehemaligen Schulfreund von mir, welcher eine anwenderfreundliche PHP-Seite im unteren dreistelligen Bereich im Angebot hatte. (Ich habe derzeit nichts, aber auch wirklich nichts, verstanden was die technische Umsetzung betrifft.). Dieser setzte sich ran und programmierte uns eine Seite und weil wir nicht wussten wie diese zu bedienen ist, haben wir die Texte und Bilder 2003 einfach per Mail zum Einpflegen rübergeschickt. Das war alles irre aufregend und wir waren mächtig stolz. Es war mein erstes Konzept zum Launch einer Projektseite. Einige Weitere durfte ich bis heute konzipieren und von geschätzten Kollegen umsetzen lassen.

Zuerst kam XING – lass uns Business machen

Den Erstkontakt mit einer richtigen „seriösen“ Netzwerkplattform hatte ich mit XING im Rahmen eines Praktikums während meines Studiums. Seit dem weiß ich die Vorzüge einer Premiummitgliedschaft zu schätzen, denn ich war im Bereich Personalwesen im Einsatz und habe mich durch eine Vielzahl von Profilen geklickt. Hin und wieder nutze ich es heute um neue und offline bestehende Kontakte in einem lebendigen Adressbuch zu sammeln und verfolge dabei seit Anbeginn eine klare Regelung für meine Kontaktliste: Ich vernetze mich nur mit denjenigen, die ich persönlich gesprochen oder kennengelernt habe, denn ich finde es bis heute irritierend, dass ein Netzwerk ohne persönlichen Bezug einen Mehrwert für die Menschen im Netzwerk darstellen soll.

Eine zögerliche Freundschaft mit Facebook

Als ich während meines Studiums über meinen Büchern in der Bibliothek saß und meine Hausarbeiten schrieb, also vorrangig über dem Notebook hing und mich mit allen möglichen Dingen ablenkte, entdeckte ich Facebook für mich. Genauer gesagt ich meldete mich 2009 mit zittrigen Händen erstmals an. Mit einem Alter Ego der bis heute (vernachlässigt) besteht und hauptsächlich für Candy Crush und dergleichen herhielt. Ich entdeckte also eine neue Plattform, auf der ich mich zögerlich und mit sehr begrenztem Interaktionsradius aufhielt. Die auf mich zurollende Alltäglichkeit im Umgang mit dieser Plattform war mir zu diesem Zeitpunkt noch überhaupt nicht klar. Eine gewinnbringende Vermischung zwischen privater und beruflicher Interaktion, die heute (weitgehend kontrolliert) stattfindet hatte ich da noch überhaupt nicht auf dem Schirm. Nachdem ich meine ersten Schritte erfolgreich gegangen bin und dabei beständig aufklären musste, wer sich hinter meinem Alter Ego verbirgt, entschloss ich mich zum Klarnamen-Profil.

Es folgten erste Jobs und Beratungsanfragen zur Nutzung und  Implementierung von Facebook als zusätzliche Unternehmenspräsenz. Die Einäugige unter den Blinden. Nach und nach entstanden die ersten Facebook-Seiten. Wahnsinnig spannend. Beständig veränderte Facebook irgendetwas und tut dies noch heute. Damals jedoch begriff ich gar nicht so schnell derweil die übernächste Veränderung bereits um sich griff. Inzwischen arbeite ich mit Kollegen zusammen, die für alle technischen Raffinessen dieser Plattform blitzschnell eine Lösung finden können und konzentriere mich auf das was ich gut kann: Analyse, Konzeption, Redaktion und Evaluation von Facebook-Seiten. Meine eigene Seite werde ich demnächst wohl einmal einer ganz nüchternen Überprüfung und ggf. Neuorientierung unterziehen, hier habe ich als Schuster dem Klische entsprechend einen äußerst schlechten Leisten.

Twitter – ich folge Dir!

Natürlich habe ich einen Twitter-Account. Selbstverständlich weiß ich um diesen Kommunikationskanal in seiner Bedeutung und seinem strategischen Einsatz in allen Bereichen der Unternehmenskommunikation. Theoretisch fundiert, konzeptionell integriert und inzwischen auch praktisch anhand von erfolgter Projektkommunikation. Bisher habe ich jedoch privat tatsächlich noch nicht einen einzigen Tweet abgesetzt. Es gab noch keinen Grund. Für mich. Ich habe mir sagen lassen, dass ging fast jedem so, außer denen, die immer schon keine Scheu hatten ihre Gedanken und Meinungen ungefiltert einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Nun folge ich bereits 166 Personen und Institutionen und habe selbst schon 4 Follower und Twitter fordert mich schon seit längerem auf, ich solle endlich #meinErsterTweet ausrufen! Wenn ich den ersten Tweet als @koehlerine veröffentlich habe, gebe ich Bescheid.

Update, 21.05.2015: Ich hab’s getan. Es war aufregend. Aber nur kurz 😉 Ich habe den Startbeitrag des Blogs, Ich bin kein digital native – ich nehms locker! dafür genutzt.

Erster Tweet als @koehlerine, 21.05.2015, 21:16 Uhr
Erster Tweet als @koehlerine, 21.05.2015, 21:16 Uhr

Instagram und Pinterest – wartet auf mich

Facebook sagt mir, ich solle (m)einen Instagram Account jetzt mal endlich anlegen und nutzen – würde ich auch so machen, wenn ich beide Plattformen betreiben würde. Es gibt nichts besseres, als Synergien herzustellen und diese zu nutzen. Aber ich bin noch nicht so weit, vielleicht bin ich es auch noch eine Weile lange nicht. Das Argument fehlender Zeit ist für mich obsolet, denn es ist immer nur eine Frage, ob ich bereit bin, mir entsprechende Zeit zu nehmen. Aber ich habe ein ganz klares Argument anzuführen, welches sich erst in Luft auflösen kann, wenn ich mir die Zeit genommen habe: Ich habe für mich bisher noch kein Nutzungsbedürfnis entwickelt, auch wenn ich für gut gemachte Fotos eine große Schwäche habe und mir eine naturgegebene Neugier eigen ist. Ideale Voraussetzungen auch für die Plattform Pinterest, denn hier finde ich sogar noch großartige Infografiken (so etwas läst mein Herz richtig laut und schnell schlagen) und diese auch noch themenbezogen sortiert bzw. sortierbar. Ich fürchte hier werde ich demnächst – natürlich vorrangig aus beruflichen Gründen – schwach. Die Frage nach dem Zeitmanagement werde ich dabei im Blick haben müssen.

Und ehrlich gesagt, wenn mir etwas liegt, dann ist es das Zeitmanagement. Mit Sicherheit nicht immer zur Freude der Anderen, aber mit Sicherheit ein Thema für einen gesonderten Blogpost!

 

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